Freitag, 24. Juli 2009
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Die Stadt hinter dem Regenbogen, das ist Saphire City. Entstanden aus Gedanken, bevölkert von Ideen, und in ständigem Wandel begriffen. Es ist leicht, sich in dem Strudel der Kreativität zu verlieren, die diese saphirfarbene Stadt in einem bunten Meer fern unserer Welt ausmacht. Oder ist sie vielleicht nicht so fern? Peterchen begibt sich von Kensington Gardens in London aus auf die Reise.
Und Peterchen fragte das rosa Pika: „Kannst Du mir den Weg nach Saphire City zeigen?“
„Zu spät, zu spät, ich bin viel zu spät! Ich muss mich beeilen… Der Kürbismann wartet nicht. Beeilen, beeilen, schon so spät – spät – spät!“
„Hey, hör mir mal zu! Nach Saphire City, wie komm ich da hin?“ fragte Peterchen wieder, mit der Geduld eines kleinen Jungen, dem Zeit nur von der subjektiven Seite bekannt war. Ihm waren bislang weder feste Termine noch geregelte Tagesabläufe begegnet, und als kleiner Pan brauchte er das alles auch nicht. Seine Tage waren bestimmt von Licht, Schatten und Dunkelheit, Regen, Wind, und Sonne, Sternen und Mondenschein. Er lebte nach dem Rhythmus der Jahreszeiten und des Vogelzugs. Solange er den kleinen Firlefanz dabeihatte, war alles in Ordnung. Nur war ihm dieser kleine Firlefanz nun eben gerade verloren gegangen. Als sie beide in Kensington Gardens losflogen, war die Fee noch bei ihm gewesen, aber dann irgendwo zwischen dem kleinen und dem großen Bären am nächtlichen Himmel über dem Kanal verlorengegangen. Peterchen hatte lange nach Firlefanz gerufen, aber keine Antwort erhalten. Das Wetter war unangenehm genug, so dass er schleunigst weiterflog, und bis Paris hatte er es tatsächlich geschafft. Dort hatte irgendetwas in der Luft gelegen, was ihn abstürzen ließ. Die Stadt unter ihm war wunderschön, mit ihren vielen vielen bunten Lichtern und dem Fluss, der sich durch das beleuchtete Häusermeer wand… Die beiden Inseln waren dunkle Flecken im lichterglitzernden Fluss tief unter ihm, wie dunkle Stäbe sah er die vielen Brücken, die sie mit der eigentlichen Stadt verbanden. Eine der Inseln war zeigte orangerot beleuchtete Kirchen, und herrlich waren die alten Straßenlaternen an den beiden Ufern. Völlig verschieden sahen die aus, trotz Sturm und Regen und Nacht, und Peterchen erkannte Parks und Museen, Uferpromenaden, Türme, Erker und menschenleere Straßen. Plötzlich war sein wunderbarer Gedanke weg gewesen, er hatte nur noch Sorge, wo die kleine Fee stecken könnte, und schon war er zu Boden geglitten. Es ging schnell, aber er war immerhin sanft in den Tuileries nahe der Galerie Nationale du Jeu de Paume gelandet und hatte sich nicht verletzt. Seltsame Gestalten huschten dort herum, und er hatte Mühe, schnell aus der grünen Anlage herauszukommen. Er hatte Angst, und mit Angst konnte er nicht fliegen. Wo war bloß sein kleiner Firlefanz? Peterchen informierte die Wasserwacht, und soweit er das mitbekommen hatte, waren Suchboote auf dem Kanal weit im Norden unterwegs. Er hatte Firlefanz nicht runtergehen sehen, das sanfte Leuchten ihres schlauen Köpfchen war einfach irgendwann verschwunden gewesen. Seltsam. Er hätte doch gemerkt, wenn sie ins Wasser gefallen wäre, nicht? (Abgesehen davon können Feen schwimmen.)
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