Im September 2004 kam ich aus Tokyo zurück, nach einem ziemlich bewegten Jahr voller bunter Eindrücke, Kulturschocks diverser Art (und was man so nennt) sowie einer Festplatte voller Photographien. Was macht man damit? Ins Familienalbum stellen? Wohl kaum. Ich zumindest nicht. Ich besorgte mir ein Päckchen Spiegelfliesen, die ich an die Wand meines Arbeitszimmers hängte, eine Handvoll verschiedenfarbiger wegwischbarer Folienschreiber, und einen neuen Drucker. Denn der alte Tintenstrahldrucker hatte zu dem Zeitpunkt bereits ganze 10 Jahre auf dem Buckel und konnte die einjährige Pause nicht von einem Ruhestand unterscheiden.
Auf den Spiegelfliesen entstanden zuerst kurze Sätze und Ideen, kunterbunt durcheinandergewürfelt tanzten da Märchenfiguren, Seitenhiebe auf zeitgenössische Architektur, Ideen, alles Mögliche. Auch ein Rezept für Salat war dabei. Da die Folienschreiber abwaschbar waren, entwickelten sich die Fliesen. Aus der puren Raumdekoration wurde ein Schreibbrett der besonderen Art, und es inspirierte mich ungemein, mich beim Schreiben hinter dem Text wortwörtlich selbst zu sehen. Erste Gehversuche hinsichtlich einer Kindergeschichte entstanden, wurden weggewischt. Gleiches geschah mit einer bitterbösen Satire auf die Unart des ewigen Lächelns im Zusammenhang mit grünem Tee und Kakerlaken im Kühlschrank. Dazwischen bekam ich einen Heiratsantrag gemacht, denn es war bereits Januar 2005 geworden, und mein heißgeliebtes Arbeitsgerät verhielt sich suicidal. Die Photos konnten gerettet werden, mein Single-Dasein nicht. Die Bilder entwickelten ein Eigenleben, ich entdeckte die Freuden eines guten Fotodruckers und die Tücken von Microsoft Picture It. Heraus kamen gute 1500 Bilder, die in durchschnittlicher Wandgröße als Cyber-Chrome-Drucke der volle Wahnsinn wären, aber mangels Startgeld für zwei in den folgenden Sommern stattfindenden Ausstellungen in Din A3 auf Papier gedruckt wurden. Ich konnte genau so viel verkaufen, dass die Ausstellungskosten wieder drin waren.
Es entstand die Idee, die Bilder mit den Notizen auf den Spiegelfliesen in Verbindung zu bringen. Saphire City war geboren. Heute, im Juli 2009, liebt meine Tochter diese bunten bunten Bilder, und meine Freunde lieben die Geschichte. Ok, die lesen auch Lovecraft, Tolkien und Pratchett. Ich möchte Bilder und Text zu einer Einheit verschmelzen und ein Buch erstellen, das nicht zwischen Literatur und Kunst unterscheidet. Vielleicht gelingt mir das. Auf dieser Seite hier wird der aktuelle Fortschritt in den nächsten Wochen stets angezeigt sein, und ich hoffe, nach Abschluß der Arbeiten einen interessierten Verlag zu finden. Ein Jahr habe ich mir selbst gegeben, um dieses Projekt UND einen kunstgeschichtlichen Band fertigzustellen. Die Links auf der linken Seite dieses Blogs führen zu dem kunstgeschichtlichen Projekt, einigen anderen interessanten Seiten, und meinem momentanen Lieblingsforum, dem Autorenpool.
Ich freue mich selbstverständlich über Nachrichten. Kommentare werden nicht sofort erscheinen, denn ich muß die erst freigeben. Nach jahrelanger Erfahrung mit S-pämm (Spam) finde ich es unerträglich, was da so auf meinem eigentlich jugendfreien und nicht-kommerziellen Blog alles erschien... Laßt Euch nicht abschrecken und kommentiert, ich freue mich. Und ich schaffe es eigentlich immer, Kommentare innerhalb von 24 Stunden zu prüfen und freizuschalten.