Dienstag, 28. Juli 2009

Ich höre L'Âme Immortelle und überarbeitete die Erzählperspektive. Kleine Unstimmigkeiten sind mir schon länger aufgefallen, aber im dritten Kapitel sieht es gerade böse aus...

Ich habe einfach keine Lust, Kapitel vier weiterzuschreiben. Da hänge ich ein bißchen fest. Generell ist mir der Handlungsverlauf völlig klar, aber am Anfang des Kapitels muß ein Zeitsprung stattfinden, irgendetwas muß den Protagonisten aus seinen doch recht tiefen Gedanken reißen und die Statik lösen. Das fehlt mir. Es geistert in den Windungen meines Kopfes herum, neckt mich hier und da, sagt des öfteren hinter einem Gedanken hervor leise "Fang mich doch!", bleibt aber weiterhin unerkannt. Es versteckt sich, läuft davon, läßt aber immer wieder wie zufällig einen kleinen Zipfel zartgrüner Seide hervorblitzen. Dazu ein Hauch von Limette und Rhabarber - es ist eigentlich unfair. Ich bin so neugierig und so ungeduldig, aber ich komme einfach nicht darauf, was sich da entwickelt. Husch, ist es wieder weg.

Was soll's, der Mensch ist Sammler und Jäger. Ich werde mich in der Mittagsruhe auf die Jagd begeben oder im Zweifelsfalle (Verzweiflungsfall) einfach heute abend ein japanisches Bad genießen. Das hat schon öfter geholfen. Derweil beschäftige ich mich weiter mit der Perspektive. Kann mein kleiner Protagonist Lesergedanken wissen? Eigentlich nicht. Kann der Leser Sachen bemerken, die der Protagonist nicht wahrnimmt, die aber doch vorhanden sind? Ich möchte den Leser eigentlich dumm halten. Nicht wirklich dumm, aber ich möchte eine etwas distanzierte und keineswegs omnipotente Erzählsituation schaffen. Trotzdem ist im dritten Kapitel eine gewissen Innensicht vonnöten, und der Leser braucht Informationen, die dem Protagonisten zwar zugänglich, aber nicht bewußt sind. Wie schaffe ich das?

Montag, 27. Juli 2009

Wolken, Wolkendecke, Wolkendeckchen, Wölkchen, Schäfchen...

Heute werden die Wolken Einzug halten in Saphire City. Bisher hat - abgesehen vom Sturm über dem Ärmelkanal - stets die Sonne geschienen, und das soll sich ändern. Denn selbst in einer fiktiven Geschichte ist permanent sonniges Wetter unrealistisch. Außerdem muß ich den Handlungszeitraum etwas ausweiten, denn wir befinden uns im vierten Kapitel immer noch an Tag vier. Als Personal wird ein blaues Pferd dazukommen. Das darf zum Turm der Winde traben, oder sich vielleicht auch auf der Ginza verlaufen, das weiß ich noch nicht.

Die Wolken konnte am Freitag im Stau ganz wunderbar beobachten. 50 Minuten haben wir für 20 Kilometer gebraucht, und disale Wolken zogen mit. Das Wetter war eigentlich ganz angenehm, überwiegend Sonnenschein. Aber da waren auch einzelne Wolken am Himmel, meistens unten ganz plattgedrückt, und oben phantasievoll aufgetürmt wie eine Fönfrisur mit Tolle. Ganz wenige waren unten gewölbt und bauchig und oben plattgedrückt. Ein paar haben getropft: Es sah aus, als würde aus der platten Unterseite ein kleines Rinn grauen Dunstes in die darunterliegende Luftschicht tropfen oder kriechen, fast so, wie sich Rauch bei fast windstillem Wetter in Schwaden und Spiralen sanft nach oben kräuselt...

Mehr mag ich hier nicht schreiben, denn ich brauche mein Denken noch für später.

Freitag, 24. Juli 2009


Das Titelbild möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten.

Wie es dazu kam...

Im September 2004 kam ich aus Tokyo zurück, nach einem ziemlich bewegten Jahr voller bunter Eindrücke, Kulturschocks diverser Art (und was man so nennt) sowie einer Festplatte voller Photographien. Was macht man damit? Ins Familienalbum stellen? Wohl kaum. Ich zumindest nicht. Ich besorgte mir ein Päckchen Spiegelfliesen, die ich an die Wand meines Arbeitszimmers hängte, eine Handvoll verschiedenfarbiger wegwischbarer Folienschreiber, und einen neuen Drucker. Denn der alte Tintenstrahldrucker hatte zu dem Zeitpunkt bereits ganze 10 Jahre auf dem Buckel und konnte die einjährige Pause nicht von einem Ruhestand unterscheiden.

Auf den Spiegelfliesen entstanden zuerst kurze Sätze und Ideen, kunterbunt durcheinandergewürfelt tanzten da Märchenfiguren, Seitenhiebe auf zeitgenössische Architektur, Ideen, alles Mögliche. Auch ein Rezept für Salat war dabei. Da die Folienschreiber abwaschbar waren, entwickelten sich die Fliesen. Aus der puren Raumdekoration wurde ein Schreibbrett der besonderen Art, und es inspirierte mich ungemein, mich beim Schreiben hinter dem Text wortwörtlich selbst zu sehen. Erste Gehversuche hinsichtlich einer Kindergeschichte entstanden, wurden weggewischt. Gleiches geschah mit einer bitterbösen Satire auf die Unart des ewigen Lächelns im Zusammenhang mit grünem Tee und Kakerlaken im Kühlschrank. Dazwischen bekam ich einen Heiratsantrag gemacht, denn es war bereits Januar 2005 geworden, und mein heißgeliebtes Arbeitsgerät verhielt sich suicidal. Die Photos konnten gerettet werden, mein Single-Dasein nicht. Die Bilder entwickelten ein Eigenleben, ich entdeckte die Freuden eines guten Fotodruckers und die Tücken von Microsoft Picture It. Heraus kamen gute 1500 Bilder, die in durchschnittlicher Wandgröße als Cyber-Chrome-Drucke der volle Wahnsinn wären, aber mangels Startgeld für zwei in den folgenden Sommern stattfindenden Ausstellungen in Din A3 auf Papier gedruckt wurden. Ich konnte genau so viel verkaufen, dass die Ausstellungskosten wieder drin waren.

Es entstand die Idee, die Bilder mit den Notizen auf den Spiegelfliesen in Verbindung zu bringen. Saphire City war geboren. Heute, im Juli 2009, liebt meine Tochter diese bunten bunten Bilder, und meine Freunde lieben die Geschichte. Ok, die lesen auch Lovecraft, Tolkien und Pratchett. Ich möchte Bilder und Text zu einer Einheit verschmelzen und ein Buch erstellen, das nicht zwischen Literatur und Kunst unterscheidet. Vielleicht gelingt mir das. Auf dieser Seite hier wird der aktuelle Fortschritt in den nächsten Wochen stets angezeigt sein, und ich hoffe, nach Abschluß der Arbeiten einen interessierten Verlag zu finden. Ein Jahr habe ich mir selbst gegeben, um dieses Projekt UND einen kunstgeschichtlichen Band fertigzustellen. Die Links auf der linken Seite dieses Blogs führen zu dem kunstgeschichtlichen Projekt, einigen anderen interessanten Seiten, und meinem momentanen Lieblingsforum, dem Autorenpool.

Ich freue mich selbstverständlich über Nachrichten. Kommentare werden nicht sofort erscheinen, denn ich muß die erst freigeben. Nach jahrelanger Erfahrung mit S-pämm (Spam) finde ich es unerträglich, was da so auf meinem eigentlich jugendfreien und nicht-kommerziellen Blog alles erschien... Laßt Euch nicht abschrecken und kommentiert, ich freue mich. Und ich schaffe es eigentlich immer, Kommentare innerhalb von 24 Stunden zu prüfen und freizuschalten.